Sonntag, 28. Dezember 2014

Entlang des Hasenbergtunnels der Gäubahn

Die Panoramastrecke der Gäubahn zwischen dem Stuttgarter Hauptbahnhof und Stuttgart-Vaihingen führt durch zwei Tunnel, den Kriegsbergtunnel und den Hasenbergtunnel. Im Post vom 21.08.2010 in diesem Blog war ein Stadtspaziergang im Bereich des Kriegsbergtunnels das Thema. Im heutigen Post spazieren wir im Bereich des Hasenbergtunnels.

Hierbei geht es an beiden Portalen des Hasenbergtunnels vorbei. Zudem geht es zweimal über den Hasenberg, einmal hin und auf anderem Weg wieder zurück. Dieser Spaziergang führt durch versteckte Idyllen der Stuttgarter Stadtlandschaft.


Der Hasenberg ist ein in den Stuttgarter Talkessel hineinragender Ausläufer des Stuttgarter Kesselrands. Der Hasenberg trennt die Stadtbezirke Stuttgart-Süd und Stuttgart-West. Es gibt in Stuttgart zwei Hasenbergtunnel, einmal den Tunnel für die S-Bahn und dann den Tunnel für die Gäubahn. Der Hasenbergtunnel (Gäubahn) ist 258 Meter lang. Der Tunnel wurde im Jahr 1876 in Betrieb genommen und ist somit bereits relativ alt. Der Tunnel befindet sich in einer Kurve. Die zulässige Geschwindigkeit der Gäubahn im Tunnel beträgt wegen der Kurve nur 70 km/h.

Die Stuttgart 21-Planung sieht ja die Stilllegung der Panoramastrecke der Gäubahn und damit auch des Hasenbergtunnels vor. Man sollte hier die Hoffnung aber nicht aufgeben, dass früher oder später doch noch die Vernunft obsiegt und die Panoramastrecke erhalten bleibt. Schließlich stellt die Panoramastrecke der Gäubahn eine potenziell hochleistungsfähige zweigleisige Zufahrt zum Stuttgarter Hauptbahnhof dar, die für einen leistungsfähigen Bahnknoten Stuttgart dringend benötigt wird. Zum anderen haben wesentlich mehr Fahrgäste einen Nutzen, wenn die Gäubahn in S-Vaihingen hält an Stelle eines Halts am Flughafen, wie bei Stuttgart 21 vorgesehen.

Allerdings - und das soll keineswegs verschwiegen werden - weist der Hasenbergtunnel der Gäubahn bereits größere Schäden auf, die einen Neubau dieses Tunnels voraussichtlich spätestens in den Dreißiger Jahren erforderlich machen werden. Dieser Neubau sollte dann dafür genutzt werden, dass die Gäubahn zukünftig mit mindestens 90 km/h fahren kann. Dafür muss der neue Hasenbergtunnel länger werden als der vorhandene und eine gestrecktere Linienführung aufweisen. Die möglichen Standorte der Portale des neuen Hasenbergtunnels kann man sich bei dem nachfolgend geschilderten Spaziergang gleich mal ansehen.

Wie kommt man hin?
Mit der Buslinie 44 fährt man zur Endhaltestelle Westbahnhof. Am Ende des Spaziergangs fährt man von dort auch wieder zurück. 

Im Gebiet unterwegs
Die Endhaltestelle Westbahnhof befindet sich im Verlauf der Rotenwaldstraße. Man folgt der Rotenwaldstraße noch wenige Meter stadtauswärts, bis man nach rechts über ein Anliegersträßchen an die Bahnstrecke der Gäubahn herankommt. Von dort aus sieht man das Nordportal des Hasenbergtunnels sowie das Gebäude des ehemaligen Stellwerks des Bahnhofs Stuttgart-West.

Man geht nun wieder zurück zur Rotenwaldstraße und überquert die verkehrsreiche Straße mit Hilfe einer Fußgänger-Lichtsignalanlage. Dahinter wendet man sich nach rechts und folgt der Rotenwaldstraße stadtauswärts. Dann biegt man nach links in die Osianderstraße ab. Am Ende dieser Straße führt ein Weg aufwärts bis zur Hasenbergsteige. Man geht nach links ganz wenige Meter die Hasenbergsteige abwärts. Dann biegt man nach rechts in den sogenannten Blauen Weg ein, der hoch und aussichtsreich über dem Nesenbachtal entlangführt.

Nach ca. 570 Meter auf dem Blauen Weg biegt man bei erster Gelegenheit nach links ab und steigt auf einer ganz steilen, dem Verfall bereits ins Auge blickenden Treppe ab. Diese Treppe gehört zum umfangreichen Wegenetz, das beim Bau des Hasenbergtunnels mitgebaut worden ist. Bald kommt man beim Südportal des Hasenbergtunnels vorbei. Weiter abwärtssteigend kommt man zu einer Treppenkreuzung und biegt dort nach rechts ab. Auf einem Weg, der ebenfalls von der Bahn gebaut worden ist, steigt man entlang eines riesigen Hangdamms der Gäubahn an. Mit einer Wegkehre kommt man in der Folge zur ersten Fußgängerbrücke über die Gäubahn südlich des Südportals des Hasenbergtunnels. Hier blickt man auf die Stelle, an der sich der ehemalige Haltepunkt Stuttgart-Heslach der Gäubahn befand.

Auf der anderen Seite der Bahntrasse steigt der Weg mit einer Kehre weiter an und erreicht eine Wegkreuzung. Dort geht man geradeaus weiter und steil durch Wald aufwärts. Schließlich erreicht man die Grünanlage Hasenberg mit dem Stumpf des ehemaligen Hasenbergturms. Unmittelbar bei diesem Turmstumpf wendet man sich nach rechts, steigt wenige Meter auf Treppen in einer kleinen Grünanlage ab und biegt dann nach links ab zur Hasenbergsteige. Man überquert die Hasenbergsteige. Dahinter steigt man auf der langen, jedoch kaum einem Stuttgarter bekannten Buchenhofstaffel zur Rotenwaldstraße ab. Nach rechts gehend erreicht man darauf wieder die Bushaltestelle Westbahnhof. 

Die Weglänge des beschriebenen Spaziergangs ist ca. 3,2 Kilometer. Im Wegverlauf sind steile Treppen zu überwinden.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Süd. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Süd befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-West. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-West befassen, verlinkt.            
   
Siehe auch:
Wilhelm-Charlotten-Blick (Bismarckeiche) in Stuttgart-West im Post vom 26.06.2012 in diesem Blog
Entlang der Gäubahn in Stuttgart-Süd im Post vom 02.06.2012
Aussichtspunkt Hasenberg im Post vom 02.03.2011
Aussicht vom Blauen Weg auf Stuttgart-Heslach im Post vom 02.11.2010
Der Kriegsbergtunnel der Gäubahn im Post vom 21.08.2010

Blick aus der Nähe der Rotenwaldstraße auf das Nordportal des Hasenbergtunnels: Unmittelbar vor dem Portal befindet sich die Straßenbrücke der Rotenwaldstraße. Bei einem gelegentlichen Neubau des Hasenbergtunnels mit einer gestreckteren Linienführung käme das Nordportal des Tunnels wenige Meter rechts des Bilds zu liegen.
Beim Nordportal des Hasenbergtunnels steht noch das Gebäude des einstigen Stellwerks des nicht mehr bestehenden Bahnhofs Stuttgart-West.
Blick auf das Südportal des Hasenbergtunnels, das an einem steilen Hang hoch über dem Nesenbachtal liegt.
Anschließend an das Südportal des Hasenbergtunnels musste für die Gäubahn ein riesiger Hangdamm aufgeschüttet werden. Dieser Fußweg führt an diesem Hangdamm entlang, wobei man bei der Wegführung die Krümmung des Damms sowie der Gleise nachvollziehen kann.
Blick von der ersten Fußgängerbrücke nach dem Südportal des Hasenbergtunnels der Gäubahn auf die Überbleibsel der Treppen, die einst zum Haltepunkt Heslach der Gäubahn hinabführten. Der Haltepunkt Heslach wurde im Jahr 1960 stillgelegt.
Blick von der ersten Fußgängerbrücke nach dem Südportal des Hasenbergtunnels der Gäubahn in Richtung Hasenbergtunnel: Der im Bild sichtbare Zug fährt nach wenigen Metern in den Hasenbergtunnel ein (Fahrtrichtung Stuttgart-Hauptbahnhof). Zwischen dem Aufnahmestandort und dem Zugende befanden sich die Wartehallen des ehemaligen Haltepunkts Heslach. Der Zug befindet sich gerade auf dem großen Hangdamm über dem Nesenbachtal.
Zwischen der ersten und der zweiten Fußgängerbrücke nach dem Südportal des Hasenbergtunnels verläuft die Gäubahn in einem Einschnitt. Hier wurden beim Bau der Gäubahn neue Fußwege angelegt, die heute noch mit Geländer gesichert sind. Das Südportal eines neuen, gestreckteren Hasenbergtunnels befände sich im Bereich der zweiten Fußgängerbrücke südlich des Südportals des heutigen Hasenbergtunnels.

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank für den tollen Artikel. Den blauen Weg bin ich heute gelaufen, gerne biege ich beim nächsten Mal wie im Artikel beschrieben ab und erkunde diese Seite Stuttgarts. Schöne Grüße aus S-West

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