Samstag, 28. März 2015

Weitwanderweg "Albtraufgänger" von Gingen/Fils nach Geislingen/Steige, Teil 1

Die Region Stuttgart hat seit dem Januar 2015 einen neuen zertifizierten Weitwanderweg. Auf der Messe CMT in Stuttgart wurde der Weitwanderweg "Albtraufgänger" vom Deutschen Wanderverband mit dem Label Qualitätsweg Wanderbares Deutschland ausgezeichnet. Der Albtraufgänger ist neben dem Albsteig (Schwäbische Alb-Nordrandweg) und dem Gustav-Ströhmfeld-Weg der dritte vom Deutschen Wanderverband prämierte Wanderweg in der Region Stuttgart.

Der Albtraufgänger verläuft im Landkreis Göppingen. Der Weg hat eine Länge von ca. 100 Kilometern und besteht aus sechs Tagesetappen. Wir wollen in diesem Blog den Albtraufgänger ein erstes Mal testen. Hierbei gehen wir auf dem Albtraufgänger von Gingen/Fils bis nach Geislingen/Steige. Das ist die erste Hälfte der vierten Etappe des Weitwanderwegs.

Im heutigen Post gibt es einige allgemeine Infos und Anmerkungen zum Albtraufgänger. Im folgenden Post in diesem Blog wandern wir dann im Wegverlauf.


Markierung
Der Wanderweg Albtraufgänger ist sehr gut markiert. Ein Verlaufen ist nahezu unmöglich. Das Zeichen des Albtraufgängers ist ein geschwungener Buchstabe T mit schwarzer Farbe auf gelbem Grund. Teilweise wird das Zeichen mit dem Schriftzug Albtraufgänger ergänzt. Teilweise befindet sich beim Zeichen auch ein Richtungspfeil.

Beschilderung
Im Verlauf des Albtraufgängers gibt es in unregelmäßigen Abständen Schilder mit der Angabe des Standorts mit Höhe sowie der nächsten Ziele mit den Entfernungen. Die Beschilderung des Wegs ist nicht ganz zufriedenstellend. Wünschenswert ist ein bessere Systematik, was die Standorte der Schilder betrifft. So sollten bei den Hauptsehenswürdigkeiten (z.B. Aussichtspunkte usw.) grundsätzlich Schilder vorhanden sein. Viel wichtiger ist jedoch, dass wenigstens am Startpunkt einer jeden Tagesetappe eine Beschilderung vorhanden ist. Leider ist dies zur Zeit nicht der Fall. So wird man zum Beispiel beim Bahnhof Gingen/Fils, dem Startpunkt der vierten Etappe, keine Beschilderung finden. Es ist unklar, was sich die Wegbetreiber dabei gedacht haben.

Infotafeln
Gemäß den Informationen auf der Betreiber-Website soll es am Startpunkt von jeder der sechs Tagesetappen eine großformatige Infotafel mit Informationen zum Weg geben. Beim Startpunkt der vierten Etappe beim Bahnhof Gingen/Fils wird man jedoch eine solche Infotafel vergeblich suchen. Auch beim Startpunkt der fünften Etappe bei der Stadtkirche in Geislingen/Steige gibt es keine Infotafel. Die Infotafel für die fünfte Etappe habe ich nach längerem Suchen gefunden, indem ich in die entgegengesetzte Richtung (also in Richtung der vierten Etappe) einige hundert Meter gegangen bin. Auch in Bezug auf die Infotafeln bleiben also Fragen zurück.

Forstwirtschaft
Die moderne industrialisierte Forstwirtschaft ist das Ärgernis für jeden Wanderweg in Deutschland. Leider ist auch der Albtraufgänger davor nicht gefeit. Im März 2015 musste man im Verlauf der vierten Etappe von Gingen/Fils nach Geislingen/Steige auf einem Abschnitt durch knöcheltiefen Schlamm waten, den eine Holzerntemaschine zurückgelassen hat.

Trotz aller Kritikpunkte ist es immer wieder schön, über die Schwäbische Alb zu wandern. Deshalb wandern wir im folgenden Post in diesem Blog im Verlauf des Albtraufgängers von Gingen/Fils nach Geislingen/Steige.

Siehe auch:
Naturlehrpfad Rohrachtal bei Geislingen/Steige im Post vom 01.10.2009 in diesem Blog       Wanderweg "Albtraufgucker" von Hattenhofen nach Bad Boll im Post vom 30.12.2009 
Wiesensteiger Geopfad - Anspruch und Wirklichkeit im Post vom 20.03.2010


Das Zeichen des Albtraufgängers ist ein geschwungenes schwarzes T auf gelbem Grund.
Das Zeichen des Albtraufgängers ist entweder in Form eines Schilds auf den Untergrund aufgenagelt, oder als Folie aufgeklebt, oder aufgemalt (Bild).
In unregelmäßigen Abständen gibt es im Verlauf des Albtraufgängers auch eine Beschilderung mit der Angabe des Standorts mit Höhe sowie der nächsten Ziele und der Entfernungen.
Am Bahnhof Gingen/Fils im Verlauf der Bahnstrecke Stuttgart-Ulm beginnt die vierte Etappe des Albtraufgängers.
Eine Achillesferse der zertifizierten Wanderwege in Deutschland ist die moderne, industrialisierte Forstwirtschaft. Im März 2015 musste man im Verlauf des Albtraufgängers zwischen Gingen/Fils und Geislingen/Steige durch diesen knöcheltiefen Matsch waten, der von einem Erntefahrzeug verursacht wurde. Es gibt Staaten (z.B. USA, Kanada, Spanien, Australien, Neuseeland), in denen solche Bilder in Naturparks bzw. im Verlauf von zertifizierten Wanderwegen undenkbar wären. Die Institutionen, die in Deutschland Wanderwege zertifizieren, sollten sich mal mit dem Problem der industrialisierten Forstwirtschaft auseinandersetzen und sich überlegen, ob man bei der Zertifizierung von Wanderwegen nicht strenger und sparsamer vorgehen muss.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen