Donnerstag, 9. Dezember 2010

Neckarhochwasser bei Stuttgart-Bad Cannstatt


Ein Spaziergang entlang des Neckars in Stuttgart ist natürlich dann besonders interessant, wenn der Neckar Hochwasser führt. Das war am 8. 12. 2010 der Fall. Heftige Niederschläge und gleichzeitig starkes Tauwetter im Einzugsbereich des Neckars führten dazu, dass der Neckar ein Vielfaches der normalen Wassermenge hatte. 

Dabei sind beim Neckar als kanalisiertem Fluss unterschiedliche Wasserführungen nicht so schnell sichtbar wie bei einem frei fließenden Fluss. Das gilt insbesondere bei Niedrigwasser. Die Stauwehre mit ihren Schleusen halten den Fluss stets aufgestaut, so dass auch bei Niedrigwasser die Schifffahrt stattfinden kann. Umgekehrt steigt der Wasserspiegel des Neckars bei leichtem Hochwasser noch nicht besonders stark an. Für einen sichtbar höheren Wasserspiegel muss schon mächtig Wasser fließen - wie es in diesen Tagen der Fall war und noch ist.

Der in diesem Post beschriebene Spaziergang verläuft am orographisch rechten Ufer des Neckars von der König-Karls-Brücke bis zum Münstersteg. Damit ist dies die Fortsetzung des im Post vom 21.09.09 beschriebenen Neckaruferwegs von Untertürkheim bis zur König-Karls-Brücke. Der Weg ist durchgehend asphaltiert und führt fast immer direkt am Ufer des Neckars entlang. Die Weglänge ist 3,1 Kilometer. Ausgangspunkt ist die Haltestelle Mercedesstraße der Stadtbahnlinien U1 und U2. Endpunkt ist die Haltestelle Münster Rathaus der Stadtbahnlinie U14.


Von der Haltestelle Mercedesstraße, die sich auf der König-Karls-Brücke befindet, steigt man die Treppen hinab und wendet sich unter der Brücke nach links. Linker Hand befindet sich die Neckarschleuse Bad Cannstatt. Bald unterquert man die Neckarbrücke der viergleisigen Eisenbahnstrecke zwischen Bad Cannstatt und dem Stuttgarter Hauptbahnhof.


Wenige Meter flussabwärts von der Eisenbahnbrücke Bad Cannstatt befindet sich eine Holzbrücke. Diese Brücke wurde im Rahmen der Bundesgartenschau 1977 angelegt. Sie stellt eine wichtige Fußwegverbindung zwischen Bad Cannstatt und dem Rosensteinpark, der Wilhelma, dem Schlossgarten und der Stuttgarter Innenstadt dar. Allerdings sind die Tage dieser Holzbrücke wohl gezählt. Ob nun das Projekt Stuttgart 21 verwirklicht wird oder ob ein alternatives Konzept zum Ausbau des Bahnknotens Stuttgart umgesetzt wird, an der Stelle der Holzbrücke wird es in den kommenden Jahren eine neue Eisenbahnbrücke geben. Für die Fußgänger soll unter der neuen Eisenbahnbrücke eine Querungsmöglichkeit des Neckars geschaffen werden. Im Hintergrund des Bilds ist Schloss Rosenstein.     
Blick von der Holzbrücke Bad Cannstatt neckarabwärts. Auf der linken Flussseite bei der Wilhelma befindet sich die Schiffsanlegestelle. Von dort starten Ausflugsschiffe neckarabwärts.
Neckarhochwasser, gesehen vom Holzsteg Bad Cannstatt: wohin die Treppe am Ufer hinabführt, ist nicht mehr zu sehen.
Blick vom Holzsteg Bad Cannstatt neckaraufwärts zur Eisenbahnbrücke und zur Schleuse Bad Cannstatt: mit unbändiger Kraft schießt das Hochwasser flussabwärts.
Blick von der Holzbrücke Bad Cannstatt neckarabwärts auf das rechte Neckarufer: der sichtbare Grünbereich nennt sich Seilerwasen. Dieser Bereich wurde ebenfalls im Zusammenhang mit der Bundesgartenschau 1977 angelegt. Dort befindet sich ein großer Spielplatz, sommers wird hier Sand ausgeschüttet, um ein Strandfeeling zu erzeugen. Die modellierten Hügel entsprechen dem Parkverständnis der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Heute würde man diese Hügel nicht mehr bauen. Statt dessen legt man heute Wert darauf, den Fluss und das Erlebnis Fluss näher an die Stadt heranzuführen. Und in dieser Hinsicht bewirken die Hügel gerade das Gegenteil.
Nach dem Abstecher auf die Holzbrücke geht es weiter am Neckar entlang im Bereich des Seilerwasens. Am Ende des Seilerwasens überquert man die Straße bei der Rosensteinbrücke. Nach der etwas umständlichen Querung geht es direkt am Neckarufer weiter. Nach kurzer Zeit quert man eine weitere Straße bei der Wilhelmsbrücke. Rechts befindet sich die Altstadt von Bad Cannstatt. Hinter der Wilhelmsbrücke kommt man am Theaterschiff vorbei.


Seit dem Jahr 2008 ist im Neckar bei Bad Cannstatt das Theaterschiff fest verankert und geöffnet. Hier werden Komödien und Kabarett gespielt und es gibt auch eine Bar.
www.theaterschiff-stuttgart.de


Hinter dem Theaterschiff kommt man an einem Uferabschnitt vorbei, der naturnah umgestaltet worden ist.



Naturnah umgestalteter Uferbereich des Neckars bei Bad Cannstatt
Ein Graureiher hält am Neckarufer Ausschau.
Man geht am Mühlsteg vorbei, einer weiteren Möglichkeit für Fußgänger, den Neckar zu queren. Auf der linken Uferseite des Neckars kommt nun immer mehr das Kraftwerk Münster in den Blick. Nach einiger Zeit kommt man erneut an einem Spielplatz vorbei, der in der Form eines Schiffs gestaltet ist. Dahinter unterquert man den langen Eisenbahnviadukt der Güterzugumgehungsbahn.

Der 855 Meter lange Eisenbahnviadukt über den Neckar zwischen S-Bad Cannstatt und S-Münster ist die längste Eisenbahnbrücke der Region Stuttgart.
Man kommt am Voltasteg vorbei, der hier erneut eine Querungsmöglichkeit des Neckars bietet. Bald darauf unterquert man die Reinhold-Maier-Brücke. Dahinter muss man das Neckarufer für eine ganz kurze Zeit nach rechts verlassen. Man kommt zur Hofener Straße, der man nach links folgt. Bald geht es wieder am Neckar und an einem kleinen Hafenbecken entlang. Rechter Hand am Prallhang des Neckars erheben sich Weinberge. Nach kurzer Zeit ist der Münstersteg erreicht.

Münstersteg über den Neckar mit Weinbergen im Hintergrund
Über den Münstersteg kommt man zum linken Neckarufer bei Stuttgart-Münster. Dort befindet sich die Stadtbahnhaltestelle Münster Rathaus.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Bad Cannstatt befassen, verlinkt.

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