Dienstag, 2. März 2010

Aussicht von der Geroksruhe in Stuttgart-Ost



Die Geroksruhe ist eine kleine Parkanlage mit angrenzendem Spielplatz sowie Aussichtspunkt in Stuttgart-Ost. Das Grundstück befindet sich im Eigentum des Verschönerungsvereins der Stadt Stuttgart e.V., der die Aussichtsplatte im Jahr 1890 angelegt hat (Änderung 1930). Mit der Stadtbahnlinie U15 fährt man bis zur Haltestelle Geroksruhe. Die Haltestelle verlässt man auf der Talseite (Seite Innenstadt) und überquert zunächst die Straße "Waldebene Ost" (eine hier einmündende Nebenstraße) mit einer Fußgänger-Lichtsignalanlage. Dann folgt man der Pischekstraße (Hauptstraße mit Stadtbahn) wenige Meter, bis es nach rechts zur Aussichtsplatte geht. 

Die ganze von der Geroksruhe aus sichtbare Landschaft ist Bestandteil des südwestdeutschen Schichtstufenlands, in dem sich Verebnungen mit Hängen abwechseln. Die Verebnungsflächen werden hierbei von harten Gesteinsschichten, die Hänge von weichen Gesteinsschichten gebildet. Der Standpunkt Geroksruhe befindet sich am Rand der zweitobersten Verebnungsfläche des Stuttgarter Kesselrands. Er wird vom harten Stubensandstein gebildet. Der Stubensandstein bildet auch den nördlichen Kesselrand sowie die Hochflächen des Strombergs sowie der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge. Die Gänsheide befindet sich eine Stufe tiefer. Diese Verebnungsfläche wird vom Schilfsandstein gebildet, der während der Gründerzeit ein beliebter Baustein war. Die Hänge zwischen der Stubensandstein- und der Schilfsandstein-Verebnungsfläche werden von den Oberen Bunten Mergeln gebildet. Oberhalb der Geroksruhe geht es noch einmal eine Stufe höher bis zur Verebnungsfläche des Schwarzjura alpha. Auf dieser Verebnungsfläche steht der Stuttgarter Fernsehturm.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Ost. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Ost befassen, verlinkt.

Winters hat man von der Aussichtsplatte Geroksruhe die beste Sicht.

Benannt ist die Geroksruhe nach Karl von Gerok, 1815 - 1890, Prälat und Oberhofprediger, der lange Zeit seines Lebens in Stuttgart gewohnt hat und dort im Jahr 1866 zum Ehrenbürger ernannt worden ist. Diese Gedenktafel befindet sich direkt beim Eingang zur Aussichtsplatte.

Die Aussicht von der Geroksruhe ist auf einen Blickwinkel von Nordwest bis Nordost beschränkt. Hier blickt man nach Nordnordosten auf Teile von Stuttgart-Ost im Vordergrund und das Neckartal im Mittelgrund. Dominierend mit dem hohen Schornstein ist die Müllverbrennungsanlage in Stuttgart-Münster. Ganz am Horizont erheben sich an diesem klaren Tag die Höhen des Schwäbisch-Fränkischen Walds.

In Richtung Nordnordwesten blickt man auf die Gänsheide im Mittelgrund. Das große Gebäude mit dem schieferschwarzen Dach ist die Villa Reitzenstein, der Amtssitz des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg. Hinter der Gänsheide liegt verborgen der Stuttgarter Talkessel. Dahinter erstreckt sich der nördliche Kesselrand mit dem Kräherwald und dem Bismarckturm am rechten Bildrand.

Direkt nach Norden blickt man auf einen anderen Teil der Gänsheide. Die Gänsheide gehört zu den teuersten Wohngegenden in Halbhöhenlage in Stuttgart. Dahinter ist erneut der Stuttgarter Talkessel mit dem nördlichen Kesselrand. Der Bismarckturm ist diesmal am linken Bildrand. Ganz im Hintergrund sieht man die Höhen des Strombergs, eines Naturparks.

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