Mittwoch, 2. April 2014

Neugotische Kirchen in den inneren Stuttgarter Stadtbezirken

Die Gründerzeit war eine Zeit des Aufbruchs und der Bautätigkeit. Im Zuge der sich ausbreitenden Städte hat man damals, im 19. Jahrhundert, auch viele neue Kirchen errichtet. In Mode war damals der Baustil des Historismus, darunter auch die Neugotik.

Auch in Stuttgart wurden viele neugotische Kirchen errichtet. Einige dieser Kirchen wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört und nicht mehr wiederaufgebaut. Die anderen neugotischen Kirchen trugen ebenfalls Schäden davon und wurden nur vereinfacht wiederaufgebaut.

In den heutigen inneren Stadtbezirken Stuttgarts (Mitte, Nord, Süd, West, Ost) gibt es noch sechs neugotische Kirchen, die wir im heutigen Post in diesem Blog besuchen wollen. Man wird sich im Allgemeinen mit einer Außenansicht der Kirchen begnügen. Denn zum einen sind die Kirchen nicht immer geöffnet. Und zum anderen sind die Kirchen im Inneren teilweise so einfach wiederaufgebaut worden, dass sie mit dem Original nicht mehr viel gemeinsam haben.


Dies sind die einzelnen Kirchen:
Katharinenkirche, Stuttgart-Mitte, Olgastraße/Katharinenplatz, zu erreichen mit den Stadtbahnlinien U1, U2 und U4 bis zur U-Haltestelle Rathaus, Ausgang Seite Charlottenplatz, dann über die Pfarrstraße bis zum Katharinenplatz

Marienkirche, Stuttgart-Süd, Tübinger Straße/Furtbachstraße, zu erreichen mit den Stadtbahnlinien U1 und U14 bis zur U-Haltestelle Österreichischer Platz, Ausgang Seite Marienplatz, dann über die Gerberstraße und Paulinenstraße bis zur Tübinger Straße

Johanneskirche, Stuttgart-West, Johannesstraße/Gutenbergstraße, zu erreichen mit den S-Bahnlinien S1 bis S6 bis Haltepunkt Feuersee, Ausgang Seite Schwabstraße, dann um den Feuersee herum

Berger Kirche, Stuttgart-Ost, Klotzstraße, zu erreichen mit den Stadtbahnlinien U1, U2, U14 bis Haltestelle Mineralbäder, von dort in Richtung Mineralbad Leuze, zuvor halbrechts zum Stadtteil Berg in die Karl-Schurz-Straße und gleich links abbiegend aufwärts durch die Klotz-Straße

Lukaskirche, Stuttgart-Ost, Rotenbergstraße/Landhausstraße, zu erreichen mit der Stadtbahnlinie U4 bis Haltestelle Ostendplatz, von dort im Verlauf der Landhausstraße Richtung Innenstadt

Petruskirche, Stuttgart-Ost, Gablenberger Hauptstraße, zu erreichen mit der Buslinie 42 bis Haltestelle Libanonstraße, von dort wenige Meter die Gablenberger Hauptstraße aufwärts    

Im Post vom 26. April 2014 in diesem Blog geht es um die neoromanischen Kirchen in den inneren Stuttgarter Stadtbezirken.

Aktualisierung vom 02.07.2015
Die Katharinenkirche wurde von der Denkmalstiftung Baden-Württemberg zum Denkmal des Monats Juli 2015 ernannt. Im Frühjahr 2015 hat die Denkmalstiftung die Restaurierungsarbeiten großzügig finanziell gefördert.
http://denkmalstiftung-baden-wuerttemberg.de  

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Süd. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Süd befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Ost. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Ost befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-West. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-West befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Mitte befassen, verlinkt. 

Die Katharinenkirche in Stuttgart-Mitte wurde 1868 von Heinrich Wagner mit neugotischen Elementen erbaut. Die Kirche dient der alt-katholischen Gemeinde und der anglikanischen Gemeinde. Sie wird deshalb auch englische Kirche genannt.
Die Marienkirche in Stuttgart-Süd wurde 1871-79 von Josef Egle erbaut. Dies war der erste katholische Kirchenneubau in Stuttgart nach der Reformation. Vorbild für den Bau war die frühe deutsche Gotik des 13. Jahrhunderts, insbesondere die 1235-83 erbaute Elisabethenkirche in Marburg. Die Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Bis 1949 wurde das Gewölbe des Langhauses durch eine flache Holzdecke ersetzt. Die Wiederherstellung erstreckte sich bis 1971. 
Polygonal geschlossener, reich durchfensterter Chor der Marienkirche
Die Johanneskirche am Feuersee in Stuttgart-West wurde 1865-76 von Christian Friedrich Leins, dem bedeutendsten Stuttgarter Architekten des Historismus, erbaut. Dies war der erste nachmittelalterliche Kirchenneubau im damaligen Stuttgart. Die Kirche war die evangelische Pfarrkirche für den gerade im Entstehen begriffenen Stadtbezirk West. Der Chor der Kirche liegt auf einer Halbinsel im Feuersee. Leins bediente sich des Formenrepertoires der Hochgotik.  
Der Turm der Johanneskirche steht als Blickfang in der Achse des Boulevards der Johannesstraße, der Prachtstraße des Westens (Stadtbezirk West). Das Gewölbe und der Turmhelm der Kirche wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Der Wiederaufbau dauerte bis 1966. Hierbei wurden leider flache Decken eingezogen. An Stelle des (hohen) Turmhelms setzte man dem Turm eine von einer Brüstung umgrenzte Plattform auf. 
Die Berger Kirche in Stuttgart-Ost wurde 1853-55 von Ludwig Friedrich Gaab erbaut. König Wilhelm I. von Württemberg gab den Anstoß zum Bau der Kirche. Sie war der erste neugotische Sakralbau in Württemberg. Der Westturm hat den Turm des Freiburger Münsters zum Vorbild. Im Jahr 1943 brannte die Kirche aus, mit Ausnahme des Turms. 1954-55 wurden das Langhaus vereinfacht wiederhergestellt und ein neuer Chor angefügt. Es lohnt sich, auf die Chorseite der Kirche zu gehen. Dort ist ein Aussichtspunkt mit Blick auf den Neckar und auf Bad Cannstatt.  
Die Lukaskirche in Stuttgart-Ost wurde 1899 von Ludwig Wittmann und Louis Stahl erbaut. Die Architekten verwendeten frühgotische Elemente. Das Langhaus wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und 1948-51 wiederaufgebaut.
Die Petruskirche in Stuttgart-Ost wurde 1900 bis 1902 von Theophil Frey mit Elementen der Frühgotik erbaut.

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