Freitag, 17. Januar 2014

Die Stuttgarter Markthalle - Baudenkmal des Monats Januar 2014

Die Denkmalstiftung Baden-Württemberg hat die Stuttgarter Markthalle zum Baudenkmal des Monats Januar 2014 ernannt. Anlass ist das 100jährige Jubiläum des Markthallengebäudes im Jahr 2014. Die Stuttgarter Markthalle gehört zu den bedeutendsten Markthallen in Deutschland.

Mit der Ernennung zum Baudenkmal des Monats würdigt die Denkmalstiftung auch das Engagement des Fördervereins Alt Stuttgart e.V. Der Verein setzt sich dafür ein, dass die verblassten Fresken, die sich an der zum Alten Schloss gelegenen Außenseite des Gebäudes befinden, wiederaufgefrischt werden.


Die Markthalle wurde am 1. Januar 1914 eröffnet. Sie gilt als bedeutendes Gebäude der beginnenden Moderne. Architekt war Professor Martin Elsässer. Nach der teilweisen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude bis zum Jahr 1953 wiederhergestellt. Seit dem Jahr 1974 steht die Markthalle unter Denkmalschutz. In den Jahren davor gab es Bestrebungen der Stadtverwaltung, die Markthalle abzureißen und durch ein modernes Gebäude zu ersetzen. Der breite Widerstand der Stuttgarter Bevölkerung verhinderte dies. Damit ist die Marktkhalle eines der leider nur wenigen Beispiele in Stuttgart, dass der Abriss eines historischen Gebäudes erfolgreich verhindert werden konnte.

Der Vorgänger der heutigen Markthalle war eine im Jahr 1864 unter König Wilhelm I. errichtete Eisenkonstruktion mit Stahldach nach dem Vorbild der Pariser "Les Halles". Sie hatte zum Ziel, die Stuttgarter Viktualienmärkte unter einem Dach zu vereinen. Bereits nach 25 Betriebsjahren erwies sich diese Halle jedoch als zu klein. 

Wie kommt man hin?

Vom Hauptbahnhof folgt man der Königstraße bis zum Schlossplatz. Vom Schlossplatz geht man zwischen dem Alten Schloss (links) und der Alten Kanzlei (rechts) hindurch zum Schillerplatz. Hinter dem Alten Schloss biegt man vom Schillerplatz nach links in die Dorotheenstraße ab und kommt nach wenigen Metern zur Markthalle. Die Entfernung vom Hauptbahnhof zur Markthalle ist ca. 950 Meter. 

In der und um die Markthalle herum unterwegs
Man kann die Markthalle im Verlauf der Dorotheenstraße, der Münzstraße, der Sporerstraße und der Kirchstraße umrunden, wobei man dabei an der Ecke Kirchstraße / Dorotheenstraße (Schillerplatz) auch um ein anderes Gebäude herumgehen muss. 

Die Markthalle hat Montags bis Freitags von 7:30 Uhr bis 18:30 Uhr geöffnet, Samstags von 7 Uhr bis 17 Uhr. Im Inneren der Markthalle kann man auf der Nordwestseite auf Treppen zum ersten Stock hinaufsteigen. Von dort hat man einen schönen Überblick über den Innenraum. 

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Mitte. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Mitte befassen, verlinkt.
Ecke der Markthalle an der Kreuzung Münzstraße und Sporerstraße: Die Fassade der Markthalle ist in gemäßigt historisierenden Formen erbaut. Damit sollte die Markthalle an das damals noch intakte historische Umfeld angepasst werden.
Blick auf die Ecke Münzstraße / Dorotheenstraße der Markthalle: Am Eckrisalit befinden sich Wandbilder im Jugendstil, die von Franz Heinrich Gref und Gustav Nida-Rümelin geschaffen worden sind.
Die Arkadengänge, Erker und Türmchen an der Außenfassade der Markthalle stellten den Bezug zu den Nachbargebäuden her. Die Mehrzahl der Nachbargebäude wurde jedoch nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg nicht mehr aufgebaut.
Wandbild am Eckrisalit der Markthalle an der Dorotheenstraße: Die Bilder beinhalten Darstellungen von Marktfrauen, Bauern, Winzern, Jägern und dem Heiligen Christophorus. Die Bilder sind inzwischen ausgebleicht. Sie sollen bis zum Sommer 2014 restauriert werden.  
Der Ceresbrunnen befindet sich im Innenraum der Markthalle an der in Richtung Nordwesten gerichteten Schmalseite. Der Brunnen wurde im Jahr 1916 errichtet und im Jahr 1944 zerstört. Im Jahr 2009 wurde der nach Originalplänen wiedererrichtete Brunnen eingeweiht. Aus dem Brunnen fließt Mineralwasser, das aus einer wenige Meter entfernten Quelle stammt.
Im Gegensatz zum historisierenden Äußeren der Markthalle steht der Innenraum. Die 60 Meter lange und 25 Meter breite Halle überspannen offen liegende Stahlbetonträger. Darüber wölbt sich ein Glasdach. Neben dem Erdgeschoss der Haupthalle dienen heute auch die Obergeschosse der Seitenschiffe als Verkaufsflächen.
Aktualisierung vom 13.12.2014
Die Wandbilder der Markthalle an der Ecke Münzstraße/Dorotheenstraße sind inzwischen restauriert.
Am 18.12.2016 wurde die Restaurierung am gesamten Gebäude abgeschlossen.

Restaurierte Wandbilder der Stuttgarter Markthalle an der Ecke Münzstraße / Dorotheenstraße

1 Kommentar:

  1. Das war hoch interessant! Die Markthalle besuche ich sehr gerne und fand sie schon als Teenager interessant und ungewöhnlich. Schön, dass das Jubiläumsjahr zur Auffrischung der Fresken genutzt wird.

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