Dienstag, 6. November 2012

Spaziergang durch die Stuttgarter Weißenhofsiedlung

Die Weißenhofsiedlung ist möglicherweise das wichtigste Architekturdenkmal Stuttgart`s. Ausführliche Informationstafeln vor Ort machen es leicht, einen Spaziergang durch die Siedlung zu unternehmen und hierbei viel Wissenwertes über die Gebäude zu erfahren, ohne dass man hierzu einen Architekturführer benötigt oder an einer Führung teilnehmen muss.

Der Werkbund veranstaltete zwanzig Jahre nach seiner Gründung eine internationale Bauausstellung, deren Thema das Wohnen war. Im Jahr 1927 pilgerten eine halbe Million Besucher zur Mustersiedlung auf dem Weißenhof, in der 63 Wohnungen gebaut und gezeigt wurden. 17 europäische Architekten waren an der Planung der einzelnen Häuser beteiligt. Die Weißenhofsiedlung war von Anfang an umstritten. Im Dritten Reich wäre sie um ein Haar abgerissen worden.

Im Zweiten Weltkrieg wurden 10 Gebäude der Weißenhofsiedlung zerstört. Die restlichen Gebäude wurden im Jahr 1958 unter Denkmalschutz gestellt und in den 80er-Jahren restauriert. Auf den Grundstücken der zerstörten Gebäude hat man architektonisch belanglose Neubauten errichtet. Eine Baulücke besteht immer noch. Vielleicht baut man dereinst auf dieser Baulücke wieder das Originalhaus von 1927 auf.     


Wie kommt man hin?
Mit den Stadtbahnlinien U5 und U12 fährt man bis zur Endhaltestelle Killesberg. Man verlässt die U-Haltestelle auf der Seite Innenstadt und folgt an der Oberfläche zunächst der Straße Am Kochenhof, überquert die Stresemannstraße, folgt weiter der Straße Am Kochenhof und in Fortsetzung der Friedrich-Ebert-Straße. Bei der Abzweigung der Rathenaustraße nach links befindet sich das Museum zur Arichitekturausstellung. Dort könnte man den Rundgang beginnen. 

Im Gebiet unterwegs
Der Rundgang ist auf den zahlreichen Informationsstelen eingetragen. Er führt durch den Pankokweg, die Straße Am Weißenhof, die Rathenaustraße, den Bruckmannweg und durch die Friedrich-Ebert-Straße. An jedem der noch erhaltenen Gebäude der Weißenhofsiedlung befindet sich eine Informationstafel. Der Weg ab / bis U-Haltestelle Killesberg einschließlich des Rundwegs ist ca. 1,4 Kilometer lang.  

Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Nord. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Nord befassen, verlinkt.

Schautafeln vor Ort zeigen den Grundriss der Weißenhofsiedlung mit den heute noch vorhandenen Häusern (schwarz) und den im Zweiten Weltkrieg zerstörten Häusern (gestrichelt), sowie den Rundweg (gestrichelte Linie).
Vor jedem der heute noch vorhandenen Häuser der Weißenhofsiedlung von 1927 befindet sich eine Stele mit ausführlichen Informationen zum Gebäude und einem Plan, der den aktuellen Standort und den Rundweg darstellt.
Mietshausblock mit der Adresse Am Weißenhof 14-16: dieses Gebäude hat der berühmte Architekt Ludwig Mies van der Rohe erstellt.
Reihenhausgruppe mit der Adresse Pankokweg 1-9: Architekt war der Niederländer Jakobus Johannes Peter Oud.
Einfamilienhaus mit der Adresse Hölzelweg 1: dieses Gebäude wurde von dem bekannten Architekten Hans Scharoun errichtet.
Wohnhaus mit der Adresse Ratenaustraße 1-3: der berühmte Architekt Le Corbusier errichtete dieses Gebäude.
    

Kommentare:

  1. Puh, das ist leider genau die Art von Bauten, die mir gar nicht gefällt, berühmte Architekten und kunst hin oder her. Dort wohnen? Bloss nicht!

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  2. Ich find die Siedlung eine fantastische Leistung der damaligen Baukunst. Man muss sich einmal vorstellen dass die Siedlung 1927 gebaut wurde. Schaut man sich heutige Siedlungen an, z.B. Scharnhauser Park in Ostfildern oder Pattonville in Kornwestheim, so stellt man fest, dass nach fast 90 Jahren vieles noch oder wieder modern wurde.
    Eine tolle Stäffelestour habe ich auch zu empfehlen, natürlich führt diese hoch zur Weißenhofsiedlung und gibt tolle Einblicke in die Architektur: http://www.wanatu.de/kultur/staeffele_nord.php

    Wanderbare Grüße, Oliver

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