Mittwoch, 7. Oktober 2009

Stuttgarter Rundwanderweg von der Geroksruhe nach Hedelfingen

Heute erwandern wir die zwölfte Etappe des Stuttgarter Rundwanderwegs. Sie führt mit einer Länge von 5,8 Kilometern von Stuttgart-Hedelfingen zur Geroksruhe. Heute wandern wir in der entgegengesetzten Richtung.

Der Stuttgarter Rundwanderweg (auch: Rössleweg) verläuft mit einer Gesamtlänge von 54 Kilometern und 12 Etappen rund um die inneren Stuttgarter Stadtbezirke bzw. auf Teilabschnitten auch entlang der Stuttgarter Stadtgrenze. 

Der Abschnitt von der Geroksruhe bis nach Hedelfingen hat eine Länge von 5,8 Kilometern. Die Vorzüge dieses Abschnitts in der heute beschriebenen Gehrichtung sind die weitgehend ebene Wegführung bis vor Hedelfingen und der Abwechslungsreichtum mit Waldstrecken und offenen Strecken durch Gartengelände und durch Weinberge.

Die Geroksruhe erreicht man mit der Stadtbahnlinie U15. Von der Geroksruhe verläuft die Route auf schönen, teilweise schmalen Waldwegen stets nördlich der Straße "Waldebene Ost" entlang. Die Straße ist nicht besonders stark befahren. Man quert das nach Buchwald führende Sträßchen und erreicht beim Waldende einen Verzweigunspunkt. Nach links gibt es einen lohnenden Abstecher von 0,4 Kilometern zum Aussichtspunkt Schillerlinde.

Ansonsten geht man beim Verzweigungspunkt geradeaus weiter durch die große Gartenlandschaft der Wangener Höhe. Im Flächennutzungsplan der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts war hier ein großes Wohngebiet vorgesehen. Wären die Pläne Wirklichkeit geworden, hätte man den Stuttgarter Rundwanderweg woanders entlangführen müssen. Nach wenigen Metern erreicht man einen Verzweigungspunkt mit Brunnen und Unterstandshütte. Man wählt nun den rechten Wegast, der auch Rennweg genannt wird und der über den Höhenrücken der Wangener Höhe verläuft. Möglicherweise hat man noch nie so viele Gärten gesehen. Im Zeitalter der Vollmotorisierung muss man jeden Garten selbstverständlich mit dem Auto anfahren können. Dies führt selbst werktags zu einem stetigen Verkehr, der manchmal nervt.

Nach einiger Zeit erreicht man einen zweiten Brunnen. Dahinter ist die Stelle der ehemaligen Burg Hedelfingen. Auch an diesem Brunnen geht es über den rechten Wegast weiter. Bald heißt es scharf aufpassen: die gerade und einfache Wegführung ist jetzt zu Ende. Bei der nächsten Gelegenheit geht es nach rechts hinunter, leider ist das Wegzeichen hier erst nach genauer Suche hinter Gestrüpp zu finden. Sobald man die Weinberge erreicht hat, geht der Weg nach links weiter und verläuft nun am oberen Rand der Weinberge und später durch sie hindurch bis zum Aussichtspunkt "Schützenhäusle" oberhalb von Hedelfingen. Von dort steigt der Weg nicht direkt nach Hedelfingen hinunter, sondern geht zuerst in Richtung Norden am Hang des Neckartals entlang, um dann mit einer Serpentine die Alosenstraße in S-Hedelfingen zu erreichen. Bald biegt man scharf nach links in den Beundweg ein und unten im Tal noch einmal nach links in die Rohrackerstraße.


Der Weg führt nun nicht direkt zum Hedelfinger Platz, sondern beschreibt eine kleine Schleife durch den Ortskern von Hedelfingen. Man überquert die Rohrackerstraße bei erster Gelegenheit mit Hilfe der Fußgänger-Lichtsignalanlage nach rechts. Über einen versteckten Platz geht man am sog. Alten Haus vorbei und erreicht die Heumadener Straße, der man wenige Meter nach links folgt. Darauf biegt man in die Amstetter Straße nach links ab. Sie führt an der Alten Kirche vorbei zum Hedelfinger Platz. Dort endet die Wegetappe. Am Hedelfinger Platz fahren die Stadtbahnlinien U9 und U13 ab.

Kommentar
Die Markierung des Stuttgarter Rundwanderwegs ist nur teilweise zufriedenstellend. Vor allem im Wald sieht man die kleinen Holztafeln wirklich an jeder Wegverzweigung. Problematischer jedoch ist die Markierung im Gartengelände, wo es nicht so viele offensichtliche gute Stellen für das Anbringen einer Markierung gibt. Dies führt zum Beispiel beim Abschnitt Geroksruhe - Hedelfingen des Rundwanderwegs dazu, dass im Wald eher eine Übermarkierung besteht. Dort aber, wo die Wegführung hochkompliziert ist, nämlich beim Abstieg von der Wangener Höhe nach Hedelfingen, wird man von der Markierung teilweise im Stich gelassen.

Ich musste vor Ort einige Sucharbeit leisten, um auf diesem Wegteil die richtige Wegführung zu finden. Da die meisten Menschen sich nicht mit dem Ziel in der Natur aufhalten, Wegführungen zu suchen, nehme ich einmal an, dass kaum ein Begeher des Stuttgarter Rundwanderwegs von der Wangener Höhe nach Hedelfingen hinunter die richtige Wegführung geht.

Als weiterer Kritikpunkt ist anzumerken, dass es im Verlauf des Stuttgarter Rundwanderwegs nicht an einer einzigen Stelle eine Beschilderung mit der Angabe der nächsten Ziele und der Entfernung dorthin gibt. Zumindest an wichtigen Etappenpunkten (also z.B. Geroksruhe, Wangener Höhe, Hedelfingen) sollte es eine Beschilderung an Metallpfosten geben, die in beiden Gehrichtungen die nächsten Ziele mit der Kilometerangabe ausweist.

So wie sich die Markierung des Rundwanderwegs heute zeigt, muss sie einfach als veraltet bezeichnet werden. Die Zeit ist nicht stehengeblieben. Man gehe z.B. in den nahen Schwarzwald und staune über die vollständig neugestaltete Markierung aller Wege. Oder man schaue sich mal in der Schweiz um mit ihrem vorbildlichen Wanderwegsystem. Es reicht auch aus, die wenigen Kilometer in die Nachbarstadt Esslingen zu gehen. Der dortige Rundwanderweg ist so beschildert, wie man dies auch für den Stuttgarter Rundwanderweg wünscht.


Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Ost. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Ost befassen, verlinkt.

Hier gibt es eine Übersicht über den Stuttgarter Rundwanderweg. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Abschnitten des Stuttgarter Rundwanderwegs befassen, verlinkt.

Ziele ganz in der Nähe:

Gablenberger Höhenweg von der Geroksruhe bis zum Wagenburgplatz im Post vom 03.02.2011
Aussicht von der Schillerlinde auf der Wangener Höhe im Post vom 13.01.2011

Aussicht von der Geroksruhe im Post vom 02.03.2010
Dies ist die Markierung des Stuttgarter Rundwanderwegs in Waldgebieten. Im Verlauf von Straßen ist die Markierung als Folie auf Masten aufgeklebt.

Zwischen der Geroksruhe und der Wangener Höhe verläuft der Stuttgarter Rundwanderweg auf angenehmen Waldwegen.

Ein Abstecher von der Wangener Höhe führt zur Schiller-Linde, wo sich Ausblicke auf das Neckartal ergeben.

Der erste von zwei Brunnen (Eugen-Denneler-Brunnen) auf der Wangener Höhe, dem größten Gartengebiet Stuttgarts

Von der Wangener Höhe sieht man im Westen den Fernsehturm (links) und den Fernmeldeturm (rechts).

Der zweite Brunnen auf der Wangener Höhe

Von der Wangener Höhe sieht man den Stadtteil S-Rohracker im Tal und den Stadtbezirk S-Sillenbuch auf der Höhe.

Über die Weinberge von Hedelfingen / Rohracker blickt man ins Neckartal.

Reife Trauben im Vordergrund und Muster im Weinberg im Hintergrund

Am Rastplatz Schützenhäusle oberhalb von Hedelfingen erklärt eine Tafel die sichtbaren Punkte. Hedelfingen ist im Vordergrund, die Otto-Hirsch-Brücken führen über den Neckar nach S-Obertürkheim im Hintergrund.

Über S-Hedelfingen hinweg blickt man das Neckartal aufwärts in Richtung Esslingen.

Hier sieht man den Stuttgarter Neckarhafen sowie den Württemberg mit der Grabkapelle im Hintergrund.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen