Montag, 26. Oktober 2009

Durch den Weißenburgpark



Man kann die zahlreichen Parkanlagen Stuttgarts in drei Gruppen einteilen, die Parks im Talkessel, die Parks an den Hängen des Kessels und die Höhenparks am Kesselrand oder auf den Hochflächen. Der Weißenburgpark gehört zur mittleren der drei Gruppen. Dies bedeutet zweierlei: man muss zu Fuß, mit der Bahn oder mit dem Auto von der Innenstadt aus erst einmal einige Höhenmeter bewältigen, um zum Park zu kommen. Und man darf sich auch nicht vor Steigungen scheuen, wenn man im Park unterwegs ist. Denn kaum ein Wegstück im Park verläuft eben.

Der Weißenburgpark hat fünf Eingänge. Nur zwei dieser Eingänge sind jedoch von größerer Bedeutung. Mit der Stadtbahn fährt man bis zur Haltestelle Bopser (Linien U5, U6 und U7). Von dort verlässt man über die Treppen die Haltestelle und quert die stadteinwärtsführende Fahrbahn der Hohenheimer Straße. Dahinter nimmt man die Straße Am Bopserweg, eine Anliegerstraße. Bald sieht man rechts die Fußgängerbrücke, die die Bopserwaldstraße überquert. Über diese Brücke gelangt man direkt in den Weißenburgpark. Mit dem Auto biegt man von der Hohenheimer Straße (aus Richtung Innenstadt) bzw. von der Neuen Weinsteige (von Degerloch) in die Bopserwaldstraße ab. Nur 50 Meter dahinter befinden sich auf der rechten Straßenseite einige Parkplätze. Von dort gelangt man über eine Treppe in den Park.

Es bietet sich an, einen kleinen Rundweg durch den Park zu unternehmen. Hier wird vorgeschlagen, den Rundweg gegen den Uhrzeigersinn zu gehen. Hierzu wendet man sich nach der Fußgängerbrücke über die Bopserwaldstraße bzw. nach den Treppen bei den Parkplätzen nach rechts und gelangt über verschiedene Wege und Treppen an Sport- und Spielplätzen vorbei nach oben. Wenn man sich immer rechts hält, kommt man in den Sattel südlich des kleinen Aussichtsgipfels beim Teehaus. Von dort bietet sich ein kleiner Abstecher auf diesen Gipfel an mit einer schönen, teilweise jedoch durch Bäume beschränkten Sicht auf die Stuttgarter Innenstadt.

Vom Teehaus geht man auf der anderen Hangseite nach unten und kommt hierbei an der Fläche oberhalb des Marmorsaals (ehemals Tennisplatz) und dann am Marmorsaal selbst vorbei, dem Höhepunkt der Parktour. Der Vorplatz des Marmorsaals ist mit einem Mosaik ausgelegt. Dort befindet sich auch eine Säule mit einer vergoldeten Figur auf der Spitze sowie weiteren Figuren am Säulenfuß. Durch die verglasten Türen kann man ein wenig in den Marmorsaal hineinsehen. Über weitere Kehren und Treppen geht es wieder nach unten bis zu den schon bekannten Eingängen.

Der Weißenburgpark war ursprünglich der Garten der in den Jahren 1843-44 erbauten klassizistischen Villa Weißenburg, die im Jahr 1964 abgebrochen wurde. Seit dem Jahr 1898 wohnte hier der Fabrikant Ernst von Sieglin, der im Jahr 1913 den Marmorsaal und das Teehaus errichten ließ. Im Jahr 1956 wurde das Anwesen an die Landeshauptstadt Stuttgart verkauft, die den Park im Jahr 1961 zur Bundesgartenschau herrichten ließ. Im Jahr 1988 wurden schließlich das Teehaus und der Marmorsaal restauriert.


Hier gibt es eine Übersicht über den Stadtbezirk Stuttgart-Süd. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Stadtbezirk Stuttgart-Süd befassen, verlinkt.

Der Weißenburgpark gehört zu den schönsten Parkanlagen Stuttgarts, man hat teilweise den Eindruck, in Italien zu sein.

Dies ist einer der fünf Eingänge zum Weißenburgpark: die Fußgängerbrücke über die Bopserwaldstraße als Zugang von der Stadtbahnhaltestelle Bopser.

Originelles Verkehrszeichen vor dem Spielplatz- und Sportbereich

In Serpentinen führt der Weg hinauf auf die Aussichtsplattform der Weißenburg.

Nahe des höchsten Punkts befindet sich ein Denkmal für Reinhold Nägele, Maler und Grafiker, 1884 - 1972.

Das im Jahr 1913 erbaute Teehaus ist heute ein beliebtes Cafe, an diesem eher grauen Herbsttag ist jedoch kein Betrieb.


Der in den Hang eingeschobene Marmorsaal wurde hervorragend renoviert. Der Vorplatz ist mit einem Mosaik bedeckt.

Figur am Fuß der Säule auf dem Vorplatz und Türen des Marmorsaals

Mosaikdetail

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