Mittwoch, 21. Oktober 2009

Stuttgarter Fernsehturm, Blick nach Osten



Dieser Post über den Stuttgarter Fernsehturm soll nicht der Einzige bleiben. Denn die Sicht von diesem höchsten erreichbaren Punkt auf dem Stuttgarter Stadtgebiet ist so umfassend und so detailreich, dass hierfür mehrere Posts erforderlich sind. Zudem ist die Sicht je nach Sonnenstand und je nach Wetterlage immer wieder vollkommen anders.

Als ich am frühen Abend im Herbst auf dem Fernsehturm war, stand die Sonne im Westen bereits sehr tief. Fotographieren war somit nur in Richtung Osten möglich. Die Luft war leicht dunstig, die Mauer der Schwäbischen Alb im Süden trat nicht besonders deutlich hervor. 150 Meter über dem Boden wehte ein steifer Südostwind.

Der Stuttgarter Fernsehturm wurde von 1954 bis 1956 erbaut. Bis dato kannte man nur Stahltürme. Der erste Stahlbetonturm der Welt markierte den Beginn einer neuen Epoche, bis heute gibt es weltweit ca. 70 Nachfolgertürme. In 36 Sekunden ist man mit dem Aufzug 150 Meter über dem Boden. Der Turm hat jeden Tag bis 22 Uhr geöffnet, man muss also keine Eile an den Tag legen und kann bei passendem Wetter sogar den Sonnenuntergang beobachten.

Etwas enttäuschend sind die Eintrittspreise. In einer ca. ein Jahr alten Veröffentlichung ist noch von 3 Euro pro Person die Rede, inzwischen sind es bereits 5 Euro. Ein Tourist fragte den Kassierer: "Kann man auch über die Treppen hinaufsteigen?" Der Kassierer antwortete: "Man kann, aber man darf nicht". Allerdings ist das Treppenhaus des Stuttgarter Fernsehturms immer wieder der Schauplatz für internationale Wettkämpfe im Treppaufrennen. Ob die Teilnehmer ebenfalls 5 Euro bezahlen müssen, ist mir nicht bekannt.

Den Stuttgarter Fernsehturm erreicht man über die Jahnstraße von S-Degerloch, von S-Sillenbuch oder von Stuttgart-Ost aus. Beim Turm befinden sich viele Parkplätze. Mit den Stadtbahnlinien U7, U8 und U15 fährt man bis zur Haltestelle Ruhbank. Von dort schließt sich ein 10minütiger Spaziergang durch den Wald an.


Aktualisierung: Im Frühjahr 2013 wurde der Stuttgarter Fernsehturm wegen brandschutztechnischer Mängel bis auf weiteres für den Besucherverkehr gesperrt.
Seit dem 30.01.2016 ist der Fernsehturm für Besucher wieder geöffnet.

Hier gibt es eine Übersicht über die Aussichtstürme der Region Stuttgart.

Der Stuttgarter Fernsehturm ist von vielen Stellen des Stuttgarter Talkessels und des weiteren Umlands zu sehen (hier der Blick vom Hang der Karlshöhe).

Der Stuttgarter Fernsehturm ist nicht nur der erste aller Stahlbetontürme weltweit, er ist und bleibt auch der schönste aller Türme. Der sich nach oben verjüngende Turmschaft und der sich gegenläufig nach oben verbreiternde Turmkorb verleihen dem Turm eine zeitlose Schönheit.

Der Stuttgarter Fernsehturm wurde von der Bundesingenieurkammer im Jahr 2009 mit dem Titel "Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland" ausgezeichnet. Diesen seit dem Jahr 2007 vergebenen Titel haben bis jetzt erst drei Bauwerke in Deutschland erhalten, außer dem Stuttgarter Fernsehturm das Schiffshebewerk in Niederfinow und die Göltzschtalbrücke.

Am 20.10.2009 abends gegen 17:30 Uhr geht hier der Blick von der Aussichtsplattform in 150 Meter Höhe über Grund in Richtung Ostnordost. In der rechten Bildhälfte ist der bereits recht lange Schatten des Fernsehturms zu sehen. In der Bildmitte sieht man den Fernmeldeturm auf dem Frauenkopf, den zweiten der drei Türme am Stuttgarter Kesselrand. Durch das große Waldgebiet zwischen Bopser und Frauenkopf zieht sich die Jahnstraße.

In Richtung Nordnordost sieht man über die Gänsheide hinweg auf das Neckartal mit Bad Cannstatt. Rechts im Bild ist der unter Denkmalschutz stehende Gaskessel bei Gaisburg. Die Gänsheide (der Hügel links in Bildmitte) gehört zu den teuersten Wohnlagen Stuttgarts.

In Richtung Osten blickt man über die tief eingeschnittene Klinge des Tiefenbachs hinweg auf den Stadtteil Frauenkopf (links oben im Wald) und auf den Stadtteil Rohracker im Tal rechts davon. Dahinter befindet sich das Neckartal, im Hintergrund die Höhen des Schurwalds.

In Richtung Südosten sieht man tief unten den Verkehrsknotenpunkt Ruhbank (3 Stadtbahnlinien, Buslinie, Straßenkreuzung). Die Kirchheimer Straße führt von dort zum Stadtbezirk Sillenbuch im Hintergrund. Am Horizont kann man die Mauer der Schwäbischen Alb erahnen.

Zoom: in Richtung Ostsüdost erkennt man im Neckartal das große Kohlekraftwerk bei Altbach. Die Häuser im Vordergrund gehören zum Stadtbezirk Sillenbuch.
Zoom: in Richtung Osten sieht man den Stadttei Frauenkopf mitten im Wald, vielleicht der abgeschiedenste Stadtteil Stuttgarts. Dahinter erhebt sich über dem Neckartal der Gipfel des Kernen im Schurwald.


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